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Geschichte der Capella Nova München
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eigentliche Gründungsjahr des Chores ist das Jahr 1988. Damals beendete
der Dirigent Roger
Hefele sein Musikstudium in
Freiburg im Breisgau und kehrte in seine Heimatstadt München zurück.
In Freiburg hatte er lange Jahre den Studentenchor „capella nova
Freiburg" geleitet, mit dem er regelmäßig in jedem Semester ein
Konzertprogramm erarbeitete. Nach Ende der letzten Aufführungen waren
die damaligen Chormitglieder etwas traurig, dass die Konzerte mit ihrem
Dirigenten nun für immer vorbei sein sollten.
Aus dieser Situation heraus entstand die
Idee, einen Projektchor zu gründen, der von den Wohnorten der Mitsänger/innen
unabhängig ist. Schnell entstanden die ersten konkreten Ideen: Als
Programm wurde das Mozart-Requiem gewählt. Aufführungstermine sollten
Anfang November 1988 sein und als Konzertorte boten sich natürlich
Freiburg und München an. Für die konkrete Durchführung des Projekts
erwies es sich als Glücksfall, daß die Kontrabassistin und Schwester
des Dirigenten, Michaela Hefele in München viele Orchestermusiker und
Chorsänger kannte, so daß das Projekt „Mozart-Requiem" als
Freiburg-Münchner Gemeinschaftsunternehmen auch personell gut
realisiert werden konnte. Da man für den neuen Chor auch einen Namen
brauchte, besann man sich auf das naheliegende und taufte das Ensemble
„Capella Nova München". |
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Mit drei Probenwochenenden, viel organisatorischem Geschick und Aufwand, reichlich Enthusiasmus und Hilfe von verschiedenster Seite konnten schließlich die ersten Konzerte (zwei in München und eines in Freiburg) gegeben werden. Sie waren musikalisch ein großer Erfolg und wurden äußerst gut besucht. Ermutigt durch den glücklichen Anfang wurde beschlossen, ab jetzt regelmäßig zwei Projekte im Jahr zu organisieren. Da ein Projektchor ja immer erst stimmlich zusammenwachsen muss, entstand die Idee, dies durch eine ganze Probenwoche, unterstützt durch professionelle Stimmbildung, zu befördern. Das zweite Programm war doppelchörig: J.S.Bachs Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied" und Frank Martins Messe für zwei gemischte vierstimmige Chöre. Pfingsten 1989 gab es dann zwei Aufführungen in München. Damals entstand übrigens auch das spezielle Stimmbildungskonzept des Chores. |
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Es folgten eine Reihe weiterer Chorprojekte, mit Hilfe derer sich der Chor auch durch die Programmgestaltung und die gebotene Leistung in München und im Würmtal einen Namen machte. Da sich der Schwerpunkt des Chores im Laufe der Zeit immer mehr ins Würmtal verlagerte, erwies sich die Arbeitsform des Projektchores bald nicht mehr als sinnvoll. 1991 wurde beschlossen, durch regelmäßige wöchentliche Proben, verbunden mit Probenwochenenden, die Konzertprogramme zu erarbeiten. Im selben Jahr gab es auch eine formale
Neuerung. Da mit dem Wachsen des Chores auch die organisatorischen
Aufgaben immer umfangreicher wurden, entschied man sich, einen Verein zu
gründen. Seit 1991 heißt der Chor „Capella Nova München e.V."
Er ist auch Mitglied im Bayerischen Sängerbund und im Münchner
Singkreis. Die verschiedenen Vorstände gestalteten die
Vereinsgeschicke in der jeweils ihnen eigenen Weise. Der
Vorstand versteht sich vor allem als Team, in dem die unterschiedlichen Fähigkeiten
der Vorstandsmitglieder Synergieeffekte erzeugen. |
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Als besondere Ereignisse der Chorgeschichte sollen die beiden bisherigen Chorreisen erwähnt werden. Die erste Reise im Jahre 1992 führte, vermittelt durch persönliche Kontakte, nach Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die drei Konzerte in Frankfurt, Ingelheim und Hilden mit dem Pärt/Britten-Programm dürfen sowohl musikalisch als auch von der Stimmung im Chor her als ein Höhepunkt bezeichnet werden. Die zweite Reise führte 1994 in die Neuen Bundesländer. Auma in Thüringen und Plauen in Sachsen waren die Ziele. Ein begeistertes Echo auf das Schütz/Monteverdi-Programm, sowie viele berührende Eindrücke halten diese Chorfahrt noch lange in Erinnerung. Als Beispiel für die Gestaltung ungewöhnlicher
Konzertprogramme sei das Konzert mit Werken osteuropäischer Komponisten
erwähnt. Chorkompositionen von Bela Bartok und Antonin Dvorak wurden
ebenso in Originalsprache einstudiert, wie die seltenen und
anspruchsvollen „Kinderreime" von Leos Janacek. Da das Stück für
Chor und ein eigenwillig besetztes Instrumentalensemble
geschrieben ist, vergab die „Capella Nova München" einen
Kompositionsauftrag mit der gleichen Besetzung für den in München
lebenden Rumänen Stefan Zorzor. Er widmete seine „Begrüßungskantate"
dem Chor. |
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Ein echtes „Großereignis" war 1995 aus Anlass des 100. Geburtstages von Carl Orff die Aufführung der „Carmina Burana". Passend zum Anlass konzertierte die „Capella Nova München" im Carl-Orff-Saal des Münchner Gasteig vor ausverkauftem Hause mit der Fassung für zwei Klaviere und Schlagzeug. Das Konzert war auch musikalisch ein Höhepunkt in der Geschichte des Chores. Für den Zeitraum bis 1997 sei neben den vielen interessanten Konzertprogrammen (siehe Liste) eine weitere Besonderheit erwähnt. Auf Grund der musikalisch sehr gelungenen Aufführungen der Schützschen Matthäuspassion und weil des öfteren danach gefragt wurde, produzierte die „Capella Nova München" im Juli 1996 ihre erste CD. Die Aufnahmen fanden in der Simeonskirche in München und Im Tonstudio Puzzlepie in Türkenfeld statt.
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Das Ensemble experimentiert auch gerne immer wieder mit neuen und ungewöhnlichen Konzertformen. Zwei Beispiele sollen genannt werden. Zum einen aus dem Jahre 1996 ein Programm mit englischer Chormusik aus Renaissance und Romantik. Hier war eine spezielle Art des Gesprächskonzertes formgebend. Durch das Einbeziehen zweier Sprecher konnte die selten zu hörende Musik zugleich vergnüglich und informativ den Konzertbesuchern nahe gebracht werden. Während der Dirigent die Zuhörer durch kurze, ansprechende Informationen zur Musik zu gewinnen vermochte, verzauberte der Schauspieler Carlo Göschl das Publikum durch seine anrührende Rezitation der ins Deutsche übersetzten Texte. Auch das
Programm mit erotischer Chormusik von 1997 soll hervorgehoben werden.
Als Höhepunkt der vom Kulturförderverein Würmtal e.V. veranstalteten
„Erotic Days" brachte die „Capella Nova München" unter
dem Titel „Deine Augen küssen mir das Kleid vom Leibe" eine
musikalische Revue. Unter Einbeziehung von Musikstücken aus den
verschiedenen Jahrhunderten zum Thema Erotik, wurde mit Schauspiel,
Tanz, Kostümen, Lichtgestaltung, Conference , Regie und der
dramaturgischen Idee eines Spiels im Spiel ein erotisches Gesamtkunstwerk
realisiert. Der hohe Einsatz beim Verfassen der Texte, dem Arrangieren
der Musiknummern und der Probenarbeit wurde durch den
außergewöhnlichen Erfolg
beim Publikum belohnt. |
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| Dieses "Integrative Programmkonzept" verfolgte
der Chor in den darauf folgenden Jahren weiter. Die Zusammenführung
verschiedener ästhetischer Ebenen, wie Gesang, Rezitation, Schauspiel,
Bildprojektionen usw. wurde beispielsweise bei den Konzerten
"Monteverdi- Madrigali à cinque voci" - "amore vs. love"
und "Klangfarben-Farbklänge" mit großem Anklang bei Publikum
und Kritik realisiert. |
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Konzert mit spanischer Renaissancemusik ("Música Ibérica") in Gräfelfing |
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Im Herbst 2000 wurde die zweite CD aufgenommen. Unter dem Titel "We wish you a merry Christmas" wurden Weihnachtslieder von der Gregorianik bis zu Gospells deutsch- und englischsprachiger Provenienz zu einer ungewöhnlichen Auswahl zusammengestellt. Darüber hinaus bietet die CD als echte Multimedia-CD die Möglichkeit, über den Computer Hintergrundinformationen über Werke und Chor zu erfahren. |
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Konzert mit Adriano Banchieris "Barca" in Planegg |
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In den darauffolgenden Jahren bis 2005 fand das integrative Programmkonzept mit der Realisierung von Adriano Banchieris "Barca di Venetia per Padova" ein besonders gelungenes Beispiel. Die Capella-Nova-Bearbeitung dieses Stückes mit Texten von Walter Hohenester kam beim Publikum sehr gut an, so dass diese Madrigalkomödie insgesamt fünf Mal aufgeführt wurde. Weitere Höhepunkte dieser Zeitspanne waren das Programm "Música Ibérica" mit spanischer Renaissancemusik und und die Aufführung dreier weltlicher Bachkantaten im Juni 2005. Zwei Ereignisse des Jahres 2008
verdienen besonderer Erwähnung. Zum 20-jährigen Jubiläum brachte der
Chor seine dritte CD heraus. Unter dem Namen "Songs of Love"
erschienen 14 Evergreens für Chor arrangiert. Die Besetzungen variieren
von a cappella-Sätzen bis hin zu Arrangements mit Bandbegleitung. Im
eigentlichen Jubiläumskonzert erklang von Georg Friedrich Händel das
"Alexanderfest - oder die Macht der Musik".
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Copyright: © 2010: Capella Nova München e.V., Hubert-Reißner-Straße 28, 82166 Gräfelfing. Die Reproduktion im Ganzen oder auch in Auszügen ist ohne die schriftliche Erlaubnis der Capella Nova München e.V. nicht gestattet.